„Das Kapital“ geht
Die Kolumne „Das Kapital“ übte Kritik an manchen Auswüchsen der Finanzmärkte. Anonym, aber immer scharfzüngig.
Karl Marx hat das wohl berühmteste Buch über „Das Kapital“ geschrieben. Messerscharf analysierte und kritisierte der bürgerliche Marx in seiner Zeit den Kapitalismus. Viele denken immer noch ähnlich und bei jeder Krise wird erneut die Makroanalyse des in Trier geborenen Philosophen herangezogen, um Missstände aufzuzeigen. Freilich meist ohne die Veränderungen und Komplexität in der Welt von heute zu begreifen, oder Karl Marx je richtig gelesen oder verstanden zu haben.
Die jüngst untergegangene Financial Times Deutschland (FTD) widmete den Kapitalmärkten eine eigene, anonym bediente Rubrik, die auch „Das Kapital“ hieß. Ob das eine Verbeugung vor Karl Marx war, wissen wir nicht. Aber die Kommentare haben uns meist gefallen und oft wertvolle Denkanstöße gegeben.
Zeitgemäße Kritik
Dabei war die Kritik an manchen Finanzprodukten, Prognosen und Analysemethoden, aber auch Bewertungsabenteuern an den Börsen immer auch eine augenzwinkernde Angelegenheit. Wichtig: Die Kritiker am System bekamen manchmal auch ihr Fett weg, wenn mal wieder die Finanzmarktteilnehmer für die Versäumnisse der Politiker in Haftung genommen werden sollten beispielsweise.
Schade. „Das Kapital“ geht zusammen mit der Zeitung.
Artikelbild: Geld unter dem Mikroskop. Bundesbank-Pressefoto. Das Porträt mit Karl Marx ist gemeinfrei. Wiki Commons.[divider top=“0″]
FTD – Letzte Kolumne „Das Kapital“, in der auch das Geheimnis um die Redakteure gelüftet wird.